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Bild: Kardinal Marx

Erklärung per Hirtenbrief

Marx will Reformen - und nicht unbedingt sein Amt

Liebe Leserin, lieber Leser,

Kardinal Reinhard Marx sorgt weiter für Überraschungen: In einem Hirtenbrief schreibt er heute, er schließe eine nochmalige Bitte um Amtsverzicht nicht aus, wenn sich "eine neue Situation" ergebe – oder Umstände, die seinen Dienst "grundsätzlich in Frage stellen". Dann werde er noch einmal mit Franziskus sprechen, der ihm den Rücktritt verweigert hat, versehen mit dem Hinweis, Verantwortung bedeute auch, nicht davon zulaufen.

Nun kann freilich spekuliert werden, ob Marx im Rahmen der anstehenden Missbrauchsstudie zum Erzbistum München und Freising mehr angelastet werden wird als bisher gedacht – und sich deshalb die angedeutete "neue Situation" ergeben wird. Wahrscheinlicher ist aber, dass sich die Haltung des Kardinals selbst zu Missbrauch im Raum der Kirche gerade noch einmal massiv ändert.

Marx schreibt weiter, er verstehe seinen Dienst als Bischof nicht als Amt, das "ihm gehöre", dass er "verteidigen" müsse. Und dann kommt es: Erst in jüngerer Zeit habe er begonnen zu verstehen, "dass und wie sehr sexueller Missbrauch und Gewalt auch Konsequenzen für das Leben von indirekt Betroffenen haben, etwa in den Familien oder auch in unserer Gemeinschaften und Pfarreien." Ein Kardinal, der offenbar noch einmal in neuer Qualität auf Gespräch, Zuhören und Begegnung setzt. Und nicht reflexhaft die Kirche, die Bischöfe schützen oder verteidigen muss.

Heute schreibt Marx in seinem Hirtebrief, auch eine lange Tradition wie das Bischofsamt müsse neu weiterentwickelt werden, wir lebten in einem "Epochenwandel", die Vielfalt des Gottesvolkes müsse durch Reformen sichtbar gemacht werden. Es kann gut sein, dass Marx, wenn er auf diesem Wege weiterdenkt, seinen "Dienst" als Bischof, wie er ihn bisher ausgefüllt und verstanden hat, selbst so grundlegend "in Frage stellen" wird, dass es der innere Druck ist, der ihn dazu bringt, noch ein zweites Mal den Papst um Amtsverzicht zu bitten. Um zu zeigen, dass Bischofsein heute auch ganz anders gehen könnte, aber für ihn auf keinen Fall mehr derart, dass es ein "Weiter so" gebe.

Ein schönes Wochenende wünscht
Ihr Matthias Morgenroth

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